Im königlichen Zug zu den Paradiesgärten - NOZ
Von Tom Bullmann / 15.04.2008
Osnabrück.

Eine spannende Abenteuerfahrt erlebten Kinder und Erwachsene im Rahmen des „Kuck Mal“-Theaterfestivals, als die Veranstalter zu einem Ausflug auf den Piesberg einluden: „Von Jakobs Krönung und anderen kronischen Erkrankungen“ lautete das Motto der Exkursion zu mehreren märchenhaft-skurrilen Stationen.

„Papa, was ist das?“, fragt ein Fünfjähriger und zeigt auf eine Ansammlung von Bremsschuhen neben den Gleisen des Piesberger Zechenbahnhofs. Offenbar beschränkt sich das Interesse der Kinder nicht nur auf die Teilnahme an Jakobs Krönung. Kein Wunder, denn bereits die Fahrt mit den Osnabrücker Dampflokfreunden vom Hasetor-Bahnhof zum Piesberg ist für die jungen Theaterfreunde schon spannend genug: „In wenigen Minuten hält Einfahrt: der königliche Zug zu den Paradiesgärten am Piesberg“, hallt die Durchsage durch die Lautsprecher, bevor der historische Zug heranrauscht. Im Abteil verteilen charmante Grenzbeamtinnen in Uniformen Passierscheine vom „Amt für königliche Verwaltungsangelegenheiten“, und die Teilnehmer werden in Gruppen eingeteilt. Dann startet das Besuchsprogramm.

Katrin Orth, die das Open-Air-Theaterstück schrieb und inszenierte, führt Kinder ab fünf Jahren und ihre Eltern in vier Königreiche, in denen es etwas zu erleben gilt: Bei der „Farbenkönigin“ dürfen sie sich einen Farbklecks auf die Backe machen lassen, der „Bürokratenkönig“ hat einen Ordnungstick und lässt seine Besucher auf Büroutensilien Musik machen, bei der „Schlafkönigin“ werden Lieder gesungen, damit die Untertanen in ihren Hängematten endlich einschlafen können – ein offenbar sinnloses Unterfangen. Stark beeindruckt sind die Kinder von dem Rockkönig, gespielt von Heaven. Der wird gerade von seiner jungen Band „Teens Spirit“ entmachtet. Also muss der „King of Rock“ in die zweite Reihe treten, als in einem Eisenbahnwaggon lautstark losgerockt wird.

Das Konzept, den Piesberg unter einem Leitthema zu erkunden, wurde schon mehrfach umgesetzt. Auch jetzt funktioniert es: Alt und Jung lassen sich an märchenhafte Orte entführen, an denen die Darsteller sympathisch laienhaft agieren. Besonders humorig und schlagfertig: Ralf Siebenand als Bürokratenkönig.

Zum Abschluss lotst Reiseleiterin Maria Vrijdags alle Besucher in das Hauptschloss, das Piesberger Gesellschaftshaus, wo man einer echten Krönung beiwohnen darf: Jakobs Krönung. Zum Mitsingen: „Bruder Jakob“ gekonnt im Kanon. Schließlich intoniert man mit neuem Text die Monty-Python-Hymne „Always Look On The Bright Side Of Life“. Bei den Paradieskönigen vom Piesberg lautet der Refrain passenderweise: „Schaff dir einfach dein eigenes Paradies.“

Jakobs Krönung und andere kronische Erkrankungen  

Inszenierung und Texte : Katrin Ohrt
Premiere am 12.04.2008

King Killers - smell like teen spirit

Ja, es ist wahr! Der Piesberg ist von Königen bevölkert! Aber fangen wir mal kronologisch an:
Nachdem sich unter den Königen herumgesprochen hat, dass es am Piesberg paradiesisch schön sein soll und dort außerdem immer mal wieder aufregende Dinge passieren, ist es bei Königs in Mode gekommen, dort ein Königreich zu besitzen. Vom ersten König, der auf einem Betriebsfest mächtig einen in der Krone hatte und dann sein Schloss nicht aufgekriegt hat, bis hin zu Jakob,
der bisher immer nur Kronkorken gesammelt hat und jetzt auf seine Krönung besteht.

Sie alle haben in ihren Königreichen am Piesberg ihr eigenes Paradies geschaffen und öffnen zum ersten Mal ihre Pforten. Dem gemeinen Volk ist es nun erlaubt, dort zu lustwandeln und sozusagen als Kronzeugen Jakobs Krönung beizuwohnen. Also kommt und staunt!

Stilecht beginnt die Fahrt ins Paradies und ins Abenteuer mit der Eisenbahn.
Das gibt es nicht nur in Zaubergeschichten!

 

 

die engagierte Regiesseurin bei der Arbeit...

Musiktheater Lupe

das meint die Presse: